Lenzmarkt Nußdorf
Da das Rad der Zeiten sich abermals gewendet hatte und ein neues Jahr Einzug hielt, begab es sich, dass Jarl Leif, edler Hüter des Nordlagers, samt seinem holden Weibe Angel gen Nussdorf zog, wo der erste Markt des Jahres stattfand.
Obgleich der kalte Hauch des Winters durch das Land wehte, hielt dies die beiden nicht davon ab, auf Wanderschaft zu gehen, in der Hoffnung, alte Gefährten zu treffen und neue Bundgenossen zu gewinnen.
Der Markt, ehedem größer, war nun kleiner geworden, doch Herzlichkeit fand sich dennoch reichlich. Wohlbekannte Gesichter traten hervor aus dem Dunst des Feuers, begrüßten die Ankommenden mit offenen Armen und luden sie zum Mahle und Plausch an ihre Feuerstätte.
An eben jenem Tage ward ein gar besonderes Treffen beschlossen:
Denn die Kunde war vorausgeeilt, dass eine gewisse Heidi Wildfox, wohl gar spitzzüngig in ihren Briefen, erscheinen werde, begleitet von ihrem getreuen Eheherrn Frank.
Am Lagerfeuer geschah es sodann, dass sich vier Seelen fanden – Leif und Angel, Heidi und Frank – und redeten lange und ausdauernd bei Glut und Glimm. Bald ward offenbar, dass Frank, des Wortes mächtig und freundlich, den meisten Klang in die Runde brachte, während Heidi, sanftmütig und still, den Worten lauschte.
Am Ende des Gesprächs waren sich alle einig: Man wolle sich wiedertreffen, auf dass Vertrauen wachse und Gemeinschaft sich stärke.
Doch damit nicht genug.
Ein weiterer Recke namens Vidar hatte sich kundgetan, er wolle sich der Lagerbrut anschließen. Man traf sich, wie verabredet, bei Mad’s Hörnern, einem Orte des Handels und Trankes. Dort stand ein einzelner Mann, ein wenig verloren im Getümmel – und Angel, stets beherzt, sprach ihn an.
Schnell verfielen sie in ernste Rede über das Lagerleben, dessen Freuden und Mühen, Pflichten und Ehre. Nach gutem Austausch war beschlossen: Benjamin solle den übrigen Lagerleuten vorgestellt werden, denn wie es Brauch ist, entscheiden nicht allein die Jarls über neues Blut.
Ein weiterer Termin ward festgelegt, und die Heimkehr nahte.
Als die Sonne sich senkte und der Tag zur Nacht wurde, ritten und fuhren alle ihres Weges heimwärts. Doch das neue Jahr hatte begonnen – mit Feuer, Gespräch und Verheißung.
Bald stehen weitere Treffen ins Haus: Ein Workshop, um Wissen zu mehren, und der erste Flohmarkt, auf dass Tand und Trödel neue Besitzer finden.
So sei’s vermerkt in den Chroniken des Nordlagers.







