30.4.-4.5.2025 Bernau am Chiemsee

Es begab sich zu der Zeit, da die Sonne noch zaghaft am Frühlingshimmel stand, dass das Volk der Wölfe sich rüstete, ein Lager aufzuschlagen vor den Toren Bernaus, unweit der Heimstadt des Jarls. Angel, die Weise und Hüterin der Vorräte, war seit Tagen in emsigem Tun, auf dass niemand Hunger noch Durst leiden müsse.

Da kam Varg, ein starker Knecht des Lagers, des Montags früh herbei, ihr zur Hand zu gehen. Wagen wurden bepackt, Kisten gestapelt, jeder Raum, und sei er noch so klein, ward genutzt. Viel Gut und Gerät galt es zu bergen.

Am folgenden Morgen, als der Tag kaum seinen Lauf nahm, ritt Angel gen Lagerplatz, das Land zu vermessen und die Ankömmlinge zu weisen. Doch wie schon zu vergangenen Zeiten, da Manni, der Veranstalter, das Szepter führte, begab sich Unbill: Hatten wir 20 Ellen auf 20 verheißen bekommen, ward uns nur 10 auf 6 gewährt. Ein jammervolles Stück! Doch mit klugem Worte und beherzter Umordnung gelang es, den Bau dennoch zu vollenden. Der Axtwurf, erst geplant auf dem Markte, fand nun seinen Platz vor dem Lager – zum Wohle des schnellen Wechsels der Wachen.

Runa, eine Novizin im Lagerleben, traf zur rechten Zeit ein und half nach bestem Vermögen. Des Nachmittags standen bereits vier Sachs, drei Wiking-Zelte, ein A-Tent, eine große Plane und die ehrwürdige Tafel. Gegen Abend traf Anja mit ihrem Fuhrwerk ein, und geschwind war auch ihr Sachs errichtet.

Erik aber, der treue Vater, musste gen Heim, da sein Töchterlein, wie auch Anjas Kinder, des folgenden Tages wieder zur Schule schreiten sollte. Kurz darauf trat Mara durch das Lagertor, und mit lautem Hall ward sie willkommen geheißen. Es ward gespeiset, und bald fielen die Ersten in tiefen Schlummer, indes die Letzten die aufgehende Sonne grüßten.

Der erste Morgen dämmerte in ruhiger Stille. Ein üppig Mahl ward bereitet, und nachdem ein jeder sich gestärkt hatte, nahm man sich des Rests des Aufbaus an. Der Markt selbst öffnete erst zur Mittagsstunde.

Anja und die Ihrigen ließen Musik erklingen, während Angel die Kinder im Axtwurf unterwies – auf dass sie dereinst wacker helfen mögen. Erik war samt Kind zurückgekehrt und begann, das Abendmahl zu bereiten. Doch – o Weh! – es fehlte der Grillrost. Improvisation ward gefragt. Angel, von einem kleinen Gelüste geplagt, buk derweil ein Brot.

Leif, der anmutige Jarl, hatte Gäste geladen: Johanna und Andreas, die dem Volke der Wölfe vorgestellt werden sollten. Ein Festmahl sollte ihrer Ehre gereicht werden – doch die Götter waren launisch, und das Mahl geriet spät. Erst zur neunten Stund ward es aufgetischt.

Die Sonne versank, und mit ihr kam neues Leben: Händler strömten herbei, und unser Lager ward erfüllt von Lachen, Klang und Gesprächen. Der letzte Sang verklang erst, da die Sonne von Neuem sich erhob.

Ein Missgeschick am Morgen: Die bestellten Brötchen blieben aus. So wurden die Rosse gesattelt und in benachbarten Landen neue besorgt. Die Horde, nun gestärkt, machte sich sogleich an Werk und Spiel. Der Axtwurf ward so gut besucht, dass Angel alsbald keine Stimme mehr hatte. Die Wacht wechselte, und das Spiel ging weiter.

Anja bereitete Teig für das Stockbrot, sehr zum Wohlgefallen der Kinder. Der übrige Teig ward am Folgetag zu einem wohlschmeckenden Brot gebacken.

Des Abends bereiteten Erik und Angel das Mahl: eine scharfe Speis, wie sie Thor gefallen hätte, und eine süße Pfanne zu Ehren des großen Bud Spencer. Johanna und Andreas waren wiederum Gäste am Feuer, und Freude ward geteilt – willkommene Gäste waren sie nunmehr.

Der Stand des Axtwurfs erfreute sich regen Zulaufs, und ein Missverständnis um eine Wechselkasse ward am nächsten Tage von Timo, des Veranstalters rechte Hand, aufgeklärt.

Das Mahl wurde angerichtet – süß, scharf oder vermischt – jeder nahm nach Gusto. Die Töpfe waren bald geleert. Und abermals währte die Nacht bis tief ins Morgengrauen.

Am Morgen kam Mario, der sich kurz zuvor entschlossen hatte, unser Lager zu stärken. Die erste Nacht schlief er im Versorger, die zweite bei Ragnar. Der Andrang beim Axtwurf war so groß, dass ein neues Ziel gezimmert ward. Varg und Leif taten dies – doch Leif verletzte sich dabei, und rief nach Runa, der heilkundigen Maid. Sie versorgte ihn mit Kräutern und strengem Gebot: Kein Met für eine Stund. Schwer fiel’s ihm, er knirschte mit den Zähnen doch fügte er sich – eine solche Ärztin gibt man nicht leicht auf. Einen kleiner Segen gab es, war es nun genug Anzündholz.

Charlotte und Philippe übten sich im Axtwurf, und taten es schon bald wie alte Meister. Abends wurde gegrillt, Brot gebacken, Salate gereicht, und wie stets: Johanna und Andreas mit von der Tafel.. Das Feuer loderte, die Gespräche wurden zahlreicher, das Lachen lauter. Auch dieser Abend endete in den frühen Morgenstunden.

Nach dem Frühstück teilte Angel das Tagwerk auf: Messer und Schüsseln wurden verteilt, Fleisch, Zwiebel, Paprika, Knoblauch – jeder wusste, was zu tun war. Charlotte nahm sich des Fleisches an, Runa den Knoblauch und die Zwiebeln, Mara das Gemüse.

Dann kamen Heidi und Frank erschienen mit dem sagenumwobenen Zaubertrank – und gar einer Schandgeige! Angel hatte solch' Gerät ersehnt – nun ward ihr Wunsch erhört, und das Instrument kam reichlich zum Einsatz.

Der Markt war noch nicht geöffnet, als bereits Besucher Waffen bestaunten, Axt warfen oder Sandsäckchen fliegen ließen. Varg erklärte die Waffen, Mara übte die Verteidigung – ein Huskarl muss bereit sein, seinen Jarl zu schützen!

Charlotte und Anja entfesselten ein gewaltiges Feuer, Fleisch und Gemüse wurden gebraten, und Angel würzte und rührte den gewaltigen Topf über Stunden hinweg. Brot wurde gebacken, Holz nachgelegt – ein jeder half.

Nachmittags erschienen Johanna und Andreas abermals – mit frischem Brot und Speck. So macht man sich beliebt bei den Wölfen.

Als Ragnar seine Maid samt Gefährtin ins Lager führte, ward dieses so voll, dass Angel sich sah um sah und sprach: „Uns geht der Platz aus.“ Also eilte sie mit starken Männern zu Manni, um neue Bänke zu holen. Die Tafel ward rasch erweitert – improvisiert, doch ein jeder fand seinen Platz.

Dann rief man zu Tisch. Der große Topf wurde geleert, der letzte Bissen Brot getunkt – und ein jeder wohlgesättigt.

Da geschahen große Momente: Der Zaubertrank von Frank sollte nun „Wolfstrunk“ heißen – und Johanna und Andreas baten feierlich um Aufnahme in unser Rudel. Mit einem Becher Wolfstrunk ward ihr Wunsch einstimmig erhört.

 

Als die Gäste sich verabschiedeten, kamen die Händler zurück. Das Feuer loderte hell, Geschichten wurden erzählt, da stürmte ein Händlerjunge ins Lager: Sturm sei im Anzuge! Die Zelte wurden geprüft, doch das Unwetter blieb aus. Nur Regen kam, sanft erst, dann kräftig. Einige suchten Schutz, andere trotzten ihm bis zur Morgenstund.

Als der Morgen anbrach, wurde das weitere Verweilen hinterfragt – Regen und feuchtes Gelände mahnten zur Vorsicht. Doch das Wetter besserte sich. Johanna und Andreas vertrieben mit frischem Brot den Regen, und Francois hütete still den Sandsäckchenstand.

Die Anderen begannen zu packen – ein weiser Entschluss, denn der Regen kehrte pünktlich zum Abbau zurück. Rasch wurde alles verladen und daheim zum Trocknen ausgelegt.

So endeten fünf wundervolle Tage – voller Freude, Speis, Spiel und guter Gemeinschaft. Ein Lager, das in Erinnerung bleiben wird, mit Menschen, die das Herz erwärmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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